Schwer zu sagen, was man vom Film “Terminator – Die Erlösung” halten soll. Einerseits ist er mit all seinen logischen Brüchen eine grauenhafte Action-Klamotte, die nicht mit wenigstens einer neuen Idee aufwartet, sondern auf Altes zurück greift: Etwa die Metall-Klaue, die beim Showdown erst kurz vor dem Gesicht des Helden zum Stillstand kommt.
Andererseits transportiert der Film den beklemmenden Dauerstreß der Menschen im Jahr 2018. Die Action-Szenen sind zermürbend lang und mit furchterrregenden Tieftönen unterlegt. Abgesehen davon, dass die Menschen dieses Zukunfts-Szenarios nie vor den metallischen Todesbringern sicher sind: Was macht den Terminator so unsympathisch? Und was hat diese Frage mit einem Radrennsportler zu tun?
Was gibt es Neues zu zeigen aus dem Themenspektrum Sexualität, Liebe, Partnerschaft? Hinlänglich bekannt sind eiserne Keuschheitsgürtel, die Antibabypille sowie erotisch-ironischer Nippes wie jene barbusige Dame, deren Busen als Salz- und Pfefferstreuer dienen.
Sie illustrieren das Verhältnis unserer westeuropäischen Gesellschaft zum Thema zu unterschiedlichen Zeiten: Die kollektive Obsession, Sexualität zu unterdrücken im 17. Jahrhundert. Die Befreiung der Frau von der Angst vor ungewollter Schwangerschaft ab den 1960er Jahren. Die gegenwärtige Omnipräsenz sexueller Darstellungen. Die Pfunde des Katalogs zur Ausstellung “Liebe, Frust & Lust”, die bis zum 30. August 2009 in der Volkskundlichen Sammlung Lorsch zwischen Darmstadt und Mannheim zu sehen ist, liegen an anderen Stellen.
“Suppen, Saucen, Majonnaisen/Seht den Hering, wie er sich vermischt/Der Spinat hier, schmackhaft fein geschnitten/Ist im Nu parat und wird schon aufgetischt”: So besingt ein Herr im Werbefilm der 1950er Jahren ein Mixgerät. Der Song für diese elektrische Küchenhilfe fällt aus dem Rahmen der Zeit, denn der Sänger wendet sich im weiteren sowohl an die Hausfrau als auch an den Hausmann – obwohl es die letztere Spezies damals noch gar nicht gegeben haben dürfte. Die DVD “Rendezvous unterm Nierentisch” (Tacker Film), eine Zusammenstellung von deutschen Werbefilmen der 1950er Jahre, wartet mit einer weiteren Überraschung auf.
In Städten wie München oder Kassel ist das Prinzip Kiosk bislang nicht verstanden worden. Die wenigen Mini-Lädchen, die es dort gibt, haben nur tagsüber geöffnet. Dabei dürfte in diesen Großstädten die kritische Masse derer groß genug sein, die außerhalb der Supermarkt-Öffnungszeiten noch dringend etwas einkaufen müssen: Zigaretten, Chips und Bier etwa.
Ganz vorne in Sachen Kiosk hingegen sind andere Ballungszentren wie das Ruhrgebiet und Berlin. Man könnte denken, dass die Menschen dort besonders vergesslich sind. Die Soziologin Elisabeth Naumann hingegen hat die kulturgeschichtlichen Hintergründe für die hohe Buden-Dichte an Ruhr und Spree beleuchtet.
Den Zeitgeist aus der Gegenwart heraus zu entziffern ist ein äußerst schwieriges Vorhaben. Es scheitert meistens an der Fülle der Ereignisse und Moden, der Themen und ihren Diskussionen, die die Wahrnehmung dafür vernebeln, was die Trends einer Epoche eigentlich gemeinsam haben. Denn der Zeitgeist ist zwar immer da, wird aber erst in der Rückschau richtig greifbar: Die Eindrücke haben sich gesetzt, die Vielfalt einer Zeit ist nicht mehr ganz so unüberschaubar.
So entstehen Klischees, Schablonen, die die Sicht von Millionen prägen. So entstehen aber auch Bücher, quasi Gegenentwürfe zur vorherrschenden Betrachtung, wie die von Nikolaus Jungwirth (Gründungsmitglied von „Titanic“) und Gerhard Kromschröder („Stern“-Korrespondent): „Als der Champagner floss“ ist eine ironisch-entlarvende Nahaufnahme der Alltagskultur der 1980er Jahre – schließlich haben beide Autoren bei „Pardon“ das Satiriker-Handwerk gelernt. Sie zeigen mit Werbeanzeigen, Zeitungsausschnitten und Dokumentarbildern, zwischen welchen Polen die Welt der 80er Jahre liegt: Champagner-Kraut, grell-bunte Swatch-Armbanduhren sowie Millionen von schaurigen, weil in ihrer geometrischen und kunststoff-veredelten Gestaltung alle gleich aussehenden Haustüren.