Beobachtungen der Gegenwartskultur und Kulturgeschichte von Markus Thierbach: “Der Mensch ist die Story”
21.Apr.2010

Liebesschlösser werden immer populärer

Liebe pur: Eines der Schlösser am Tetraeder in Bottrop. Bild: Rheinisches Volkskundearchiv des LVR/Mirko Uhlig

Liebe pur: Eines der Schlösser am Tetraeder in Bottrop. Bild: Rheinisches Volkskundearchiv des LVR/Mirko Uhlig

Um das Phänomen der Liebesschlösser ging es hier bereits einmal. Dabei bringen Paare, Freunde und Bekannte Vorhängeschlösser an der Kölner Hohenzollernbrücke an, um einander und der anonyme Öffentlichkeit ihre Verbundenheit zu demonstrieren.

Die Brücke selbst bot bislang den Forschern Ansatzpunkte zur Interpretation: Die Flussquerung als Allegorie der Verbindung, des Übergangs von einem Kapitel zum nächsten im Strom des Lebens, also vom Junggesellendasein zur mehr oder weniger festen Beziehung.

Doch nun finden sich auch Liebesschlösser an Bauwerken, die alles andere als Brücken sind. Mein Update lässt sich bei den Stuttgarter Nachrichten nachlesen, aber auch hier.

1 Kommentar »

  1. Als Betreiber eines Internet-Shops für Liebesschlösser kann ich zu meiner großen Freude die Tatsache bestätigen, dass an immer mehr Orten Liebesschlösser angebracht werden.

    In der Startphase meines Shops kamen die Bestellungen fast ausschließlich aus Köln und der näheren Umgebung. Mittlerweile bestellen Menschen aus ganz Deutschland sowie aus Österreich und Polen ihr individuelles Schloss. Eine erhöhte Konzentration zeigt sich dabei in Dresden, Berlin und Hamburg.

    Auch der Bekanntheitsgrad des Brauches hat stetig zugenommen. Wusste ich vor einem Jahr selbst noch nichts darüber, so erntet man mittlerweile kaum noch ungläubige Blicke, wenn man dieses Thema erwähnt. Nahezu jeder hat zumindest schon mal davon gehört.

    Bleibt abzuwarten, wie die einzelnen Kommunen reagieren werden. In einigen Städten werden die Schlösser jedenfalls jetzt schon radikal entfernt. Eigentlich schade, dass mal wieder so engstirnig auf einen doch recht romantischen Brauch reagiert wird. Ich erlebe täglich, wie viel Gefühl und Einfallsreichtum so mancher Kunde investiert, um seinem Schatz eine Freude zu bereiten. Da tut mir der Gedanke, dass das eine oder andere Schloss Opfer eines städtischen Bolzenschneiders werden wird, schon manchmal weh. Vielleicht sollten sich die dafür Verantwortlichen lieber Gedanken machen, wo sie für ihre Verliebten ein geeignetes Fleckchen finden. Wie es gehen kann macht die Stadt Köln vor – und hat eine Sehenswürdigkeit mehr…..

    Kommentar von Jörg — 01/05/2010 @ 15:55

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