Mahmoud Dabdoubs Bilder zeigen die weite Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der DDR: Da wird eine Schafherde durch die Häuserschluchten Leipzigs getrieben – und das in den 1980er Jahren -, auf einem Werbeschild wird der Begriff “Stabilität” mit “Dynamik” vermählt, und bei einer Handelsmesse bestaunen die Besucher einen Stand voller Bananen, jener gelben Frucht, nach der sich eine ganze Nation verzehrte.
Egglestons Schlüssellochblick auf Stillleben
William Eggleston richtet seine Kamera auf den Alltag, so heißt es. Genauer gesagt bildet er die Umgebung, die Dinge des Alltags ab. Seit den 1950er Jahren fotografiert er vor allem in den US-Südstaaten Tankstellen, Parkplätze und Hotelzimmer und hat mit diesem Fokus die Kunstwelt revolutioniert. Bis vor Kurzem war seine Ausstellung “Democratic Camera” im Münchner Haus der Kunst zu sehen, die nächste Ausstellung kommt bestimmt. Was können Kulturforscher den Fotografien von Eggleston abgewinnen?
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“Die Bude”: Bilder von Konsumtempelchen und regionaler Identität
In Städten wie München oder Kassel ist das Prinzip Kiosk bislang nicht verstanden worden. Die wenigen Mini-Lädchen, die es dort gibt, haben nur tagsüber geöffnet. Dabei dürfte in diesen Großstädten die kritische Masse derer groß genug sein, die außerhalb der Supermarkt-Öffnungszeiten noch dringend etwas einkaufen müssen: Zigaretten, Chips und Bier etwa.
Ganz vorne in Sachen Kiosk hingegen sind andere Ballungszentren wie das Ruhrgebiet und Berlin. Man könnte denken, dass die Menschen dort besonders vergesslich sind. Die Soziologin Elisabeth Naumann hingegen hat die kulturgeschichtlichen Hintergründe für die hohe Buden-Dichte an Ruhr und Spree beleuchtet.



